2020

Änderung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes verabschiedet

Im Rahmen des Kohleausstiegsgesetzes ist auch eine Änderung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWK-Gesetz) erfolgt.

Für Anlagen mit einer elektrischen Leistung von max. 50 kW gelten folgende Änderungen:

  • Die Fördersätze nach dem KWK-Gesetz wurden auf 8 ct/kWhel. (für eigengenutzten Strom) bzw. 16 ct/kWkel. (für in das allgemeine Netz eingespeisten Strom) verdoppelt, der Förderzeitraum aber zugleich auf 30.000 Vollbenutzungsstunden halbiert, so dass die Gesamtfördersumme für diese Anlagenklasse unverändert bleibt.
  • Es gilt - auch für KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von mehr als 50 kW - ab 2021 eine max. jährliche Förderobergrenze von 5.000 Vollbenutzungsstunden (in den Jahren 2021/2022), 4.000 Vollbenutzungsstunden (2023/2024) bzw. 3.500 Vollbenutzungsstunden (ab 2025). Damit wird bei Erreichen dieser Laufzeiten die Fördersumme in einem Zeitraum von gut sieben Jahren (bei Inbetriebnahme 2021) bis ca. achteinhalb Jahren (bei Inbetriebnahme ab 2025) erreicht.

  • Anlagen dieser Leistungsklasse brauchen künftig keine Betriebszeiten bei negativen Strompreisen an der Leipziger Strombörse (EEX) an den zuständigen Netzbetreiber mehr zu melden. Dies erspart den bisher erforderlichen Verwaltungsaufwand.

Die Förderlaufzeit wurde erweitert auf Anlagen, die bis zum 31.12.2029 in Dauerbetrieb genommen werden; die gesetzliche Fördersumme wurde auf 1,8 Mia. € jährlich erhöht.

Die Gesetzesänderung tritt rückwirkend zum 01.01.2020 in Kraft, steht aber unter dem Vorbehalt einer beihilferechtlichen Genehmigung der EU-Kommission. Erst wenn diese Genehmigung im Bundesanzeiger bekanntgegeben wird, werden die Neuregelungen angewandt.

 

"Smartes Quartier Karlsruhe-Durlach": COMUNA-metall an Innovationsprojekt beteiligt

Die Halbierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen sind Ziele eines innovativen Energieversorgungskonzeptes für fünf Mehrfamilien-Bestandsgebäude mit 175 Wohnungen in Karlsruhe-Durlach. Die Gebäude wurden 1963 errichtet und 1995 energetisch teilmodernisiert, haben eine beheizte Grundfläche von 11.600 m2 und einen jährlichen Energiebedarf von ca. 350 MWh (Strom) bzw. ca. 1.200 MWh (Wärme).

Im Rahmen des Projekts „Smartes Quartier Karlsruhe-Durlach“ wird die derzeitige konventionelle Versorgung (Erdgaskessel; Fremdstrombezug) durch ein Energiesystem mit zwei Wärmepumpen, Photovoltaik-Anlagen (PV), Erdgas-Blockheizkraftwerke (BHKW) und ein Energiemanagement mit KI-basierter Fehlererkennung ersetzt.

In dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekt wird eine dezentrale und solare Energieversorgung errichtet und zugleich ein wirtschaftliches Betreiberkonzept durch die Projektträger Volkswohnung GmbH und Stadtwerke Karlsruhe GmbH erprobt. Konzeptentwicklung und Betrieb werden durch das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und das Institut für Nachhaltige Technische Systeme INATECH der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg unterstützt und wissenschaftlich begleitet.

Die beiden BHKW-Anlagen der Baureihe 2726 mit jeweils 50 kW elektrischer Leistung werden durch COMUNA-metall in den Jahren 2020 und 2021 geliefert und installiert. Auch die Wartung und Instandhaltung wird durch COMUNA-metall vorgenommen werden.

Weitere Einzelheiten dieses Projektes unter https://www.industr.com/de/co-emissionen-in-bestandsgebaeuden-halbieren-2520255?sc_ref_id=1744701611&sc_usergroup=1221&utm_source=newsletter&utm_medium=E40&utm_campaign=2020-22-146&GP_NR=15587686&Article_ID=2520255.

 

BKWK: Energiewende mit flexibler KWK zur Konjunkturbelebung nutzen

Der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (BKWK), dem auch COMUNA-metall angehört, hat in einer aktuellen Stellungnahme zehn Vorschläge zur Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes - in Zusammenhang mit dem Kohleausstiegsgesetz - unterbreitet.

In diesem Schreiben geht es um geeignete Programme und Maßnahmen zur Erhöhung des KWK-Anteils an der Stromerzeugung und zum Ausbau der Wärmenetze - im Interesse der Klimaziele bei gleichzeitiger Versorgungssicherheit. Zugleich wird auf die volkswirtschaftlich erwünschten konjunkturstützenden Wirkungen hingewiesen, die mit dem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und der Wärmenetze verbunden sind.

Das Schreiben des BKWK kann vom Downloadbereich dieser Website heruntergeladen werden.

 

Neuer Leitfaden "Kraft-Wärme-Kopplung in der Wohnungswirtschaft"

Wer ein Gebäude neu baut, muss seinen Wärmebedarf anteilig durch erneuerbare Energien decken. Das besagt das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Baden-Württemberg geht noch einen Schritt weiter: Wird hier ein Gebäude saniert, müssen Teile des Energiemixes aus regenerativen Quellen stammen. Eine gut konzipierte KWK-Anlage (Kraft-Wärme-Kopplung) erfüllt die Vorgaben dieser Gesetze. Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH (KEA-BW) hat hierzu einen neuen Leitfaden herausgegeben.

Dieser Leitfaden enthält fundierte Fakten, praktische Tipps, konkrete Rechenbeispiele und Erfolgsstorys, darunter die eines Neubaus mit 54 Wohnungen und einer Behindertenwerkstätte in Ravensburg. Oder das Beispiel eines denkmalgeschützten Gebäudekomplexes in Freiburg, der energetisch zentral mit einer Kombination aus Blockheizkraftwerk und Solarthermie versorgt wird. Quartierskonzepte mit Wohngebäuden, Altenheim und Kindergärten werden anschaulich dargestellt. Auch das Modell Mieterstrom wird in diesem Leitfaden behandelt.

Der Leitfaden kann unter http://www.kea-bw.de/kwk/leitfaden heruntergeladen oder als gedruckte Version bei der KEA-BW bestellt werden.

 

Schloss Holte - Stukenbrock: Nahwärmeversorgung der öffentlichen Liegenschaften

Im Jahre 2018 hat die Stadt Schloss Holte – Stukenbrock einen Nahwärmeverbund der örtlichen städtischen Liegenschaften (Rathaus, Gymnasium, Realschule, Hallenbad, Mehrfachsporthalle) über ein Fernwärmnetz von ca. 600 m Trassenlänge geschaffen. Bei der Projektierung stand eine höchstmögliche Effizienz im Mittelpunkt: Fernwärmerohre höchstmöglicher Dämmstärke (Kunststoffmantelrohr, DN 40 – 125) kamen zum Einsatz, um die Wärmverluste auf der Trasse zu minimieren.  

Biomasseheizwerk

Durch die Errichtung des Biomasseheizwerkes (Fabr. Polzenith, 600 kW thermische Leistung) in Kombination mit einem hocheffizienten COMUNA-Blockheizkraftwerk (50 kW elektrische und 92 kW thermische Leistung) wird zukünftig die Wärme fast ausschließlich klimaneutral aus dem regenerativen Energieträger Holz in Kombination mit hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung bereit gestellt. Die Gaskessel in den Liegenschaften bleiben zwar bestehen - sie dienen jedoch nur noch zur Abdeckung der Spitzenlast im Netz oder werden beim Ausfall des Holzkessels betrieben. Somit werden zukünftig erhebliche Mengen des klimaschädlichen Gases CO2 eingespart. 

BHKW-Modul 2726-02

Übergeordnet wurde eine Leittechnik installiert, die einen nahezu autarken Betrieb der Anlage ermöglicht und Störungen unmittelbar an den Betreiber meldet.