Gesetzliche Regelungen

Förderung von BHKW-Anlagen durch das KWK-Gesetz

Im Zuge der angestrebten Energiewende fördert der Bund seit einigen Jahren den Bau und Betrieb von KWK-Anlagen. Betreiber erhalten für den erzeugten Strom einen Vergütungszuschlag. Das geltende Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung) enthält folgende wirtschaftliche Rahmenbedingungen für den Einsatz unserer Blockheizkraftwerke:

  • Die Förderung bezieht sich auf Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2022 in Betrieb genommen werden.
    Die Förderungssätze fallen je nach der elektrischen Leistung der KWK-Anlage unterschiedlich hoch aus.
    Bei Anlagen mit einer Leistung bis einschließlich 50 kWel. beträgt z. B. der Fördersatz für selbstgenutzten Strom
    4,00 ct/kWel. bzw. für eingespeisten Strom 8,00 ct/kWel. .

  • Nicht nur Neuanlagen, sondern auch Ersatzanlagen an bestehenden KWK-Standorten sowie modernisierte Anlagen (d.h. Anlagen, deren Modernisierungskosten mindestens 25 % oder 50 % der Neuerrichtungskosten betragen) werden gefördert.

  • Der KWK-Zuschlag wird für den in das allgemeine Netz eingespeisten, teilweise auch für den selbst genutzten KWK-Strom gezahlt.

  • Der Förderzeitraum beträgt bei Neuanlagen mit einer Leistung bis einschließlich 50 kWel. 60.000 Vollbenutzungsstunden, bei Neuanlagen mit mehr als 50 kWel. 30.000 Vollbenutzungsstunden.
Zulassung einer BHKW-Anlage beim BAFA

Die Zahlung des Vergütungszuschlags für Strom nach dem KWK-Gesetz (KWK-Zuschlag) setzt eine Anzeige1 oder eine formelle behördliche Zulassung der BHKW-Anlage voraus. Zuständige Stelle ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Die Anzeige bzw. der Zulassungsantrag sollten möglichst vor Jahresende eingehen, da der KWK-Zuschlag jeweils rückwirkend ab dem 1. Januar des jeweiligen Jahres gezahlt wird. Bei Neuanlagen sowie bei geänderten/modernisierten Anlagen wird der Zuschlag rückwirkend ab dem Zeitpunkt der (Wieder-)Aufnahme des Dauerbetriebs gezahlt. Die Auszahlung des KWK-Zuschlags erfolgt durch den örtlichen Netzbetreiber; Anlagenbetreiber können monatliche Abschlagszahlungen vom jeweiligen Netzbetreiber verlangen.

Eine Anzeige erfolgt über ein elektronisches Anzeigeformular. Sofern ein Zulassungsantrag gestellt werden muss, kann er von der Internet-Seite der BAFA heruntergeladen werden. Diesem Antrag sind bei serienmäßig hergestellten kleinen KWK-Anlagen (mit einer elektrischen Anlagenleistung von bis zu 2 MW) ein Inbetriebnahmeprotokoll sowie geeignete Herstellerunterlagen beizulegen, aus denen die thermische und elektrische Leistung sowie die Hocheffizienz im Sinne der EU-Richtlinie 2012/27/EU hervorgehen. Entsprechende Herstellerbescheinigungen über die von uns hergestellten Anlagen können Sie in unserem Downloadbereich herunterladen.

Zugleich sind Betreiber von Kleinanlagen mit einer elektrischen Leistung von mehr als 50 kW, die nach dem 1. Januar 2009 in Betrieb gegangen sind, als Empfänger des KWK-Vergütungszuschlags verpflichtet, bis zum 31. März eines jeden Jahres dem BAFA und dem Netzbetreiber über ein elektronisches Formular Angaben zum Betrieb der Anlage zu machen (Vollbenutzungsstunden; eingespeiste und verbrauchte Strommenge; Brennstoffart und -menge).

1 Nur für fabrikneue Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis einschließlich 50 kW, die in der „BAFA-Typenliste“ enthalten sind.

Energiesteuerliche Vorteile

Der Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplung wird auch durch verschiedene Steuervorteile gefördert. Für BHKW-Anlagen gelten folgende gesetzliche Regelungen (Stand: 01. Januar 2017):

  1. Bei der Mineralölsteuer (Erdgassteuer; Regelsatz: 5,50 €/MWh2) gilt eine Steuerbefreiung für alle Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung, die hocheffizient im Sinne des Anhangs III der Richtlinie 2012/27/EU sind, einen Nutzungsgrad von mindestens 70 % erreichen und bei denen sich die Hauptbestandteile noch im üblichen Abschreibungszeitraum von zehn Jahren gem. § 7 des Einkommensteuergesetzes befinden (danach gilt ein Steuersatz von 1,08 €/MWh). Der zunächst im Erdgaspreis enthaltene Erdgassteueranteil wird auf Antrag zum Jahresende von den Hauptzollämtern zurückerstattet.
  2. Bei der Stromsteuer gilt eine Steuerbefreiung in Höhe des Stromsteuerregelsatzes von 20,50 €/MWh3 für alle Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung mit einem Nutzungsgrad von mindestens 70 % und einer Nennleistung von bis zu zwei Megawatt, sofern der Strom dem Eigenbedarf oder der Versorgung von Liegenschaften in räumlichem Zusammenhang mit der BHKW-Anlage dient. Diese Steuerbefreiung gilt als allgemein erteilt; eine eigene Erlaubnis muss nicht beantragt werden.

Die von uns gelieferten BHKW-Module der Typenreihen 2726 und 5450 erfüllen aufgrund ihres Wirkungsgrades von über 90 % die Voraussetzungen für diese steuerlichen Befreiungen.

2 Reduzierter Steuersatz bei Unternehmen des produzierenden Gewerbes (inkl. Energie- und Wasserwirtschaft)
und der Land- und Forstwirtschaft: 4,12 €/MWh zzgl. eines Sockelbetrages von 250 €/Jahr.

3 Reduzierter Steuersatz bei Unternehmen des produzierenden Gewerbes (inkl. Energie- und Wasserwirtschaft)
und der Land- und Forstwirtschaft: 15,37 €/MWh zzgl. eines Sockelbetrages von 250 €/Jahr.