Im Auftrag der Verbandsgemeinde Nierstein-Oppenheim hat die EnergieDienstleitungsGesellschaft Rhein-Nahe mbH ein Blockheizkraftwerk errichtet, das im Rahmen des "Nahwärmeverbundes Abwasserwerk Oppenheim" neben der kommunalen Kläranlage Oppenheim auch das benachbarte Hallenbad und die Hauptschule mit Energie versorgt.
Die Investitionen von insgesamt 446.000 € wurden von der EDG getragen und richteten sich im wesentlichen auf den Umbau der Heizzentrale der Kläranlage, aber auch auf die wärmetechnische Sanierung von Hallenbad und Schule. Die EDG ist auch Träger der gesamten Betriebsführung. Damit kam das Instrument des "Contracting" zur Anwendung, das hier die Planung, Investition und Betriebsführung über einen langfristigen Strom- und Wärmelieferungsvertrag (Contract) umfasst. Teil dieses Vertrags ist auch die Lieferung und Vergütung des Klärgases, durch das die Kläranlage einen Teil ihrer Energiekosten aufbringt.
Es wurden zwei BHKW-Module mit einer elektrischen Leistung von 112 kW im Vollast- und 80 kW im Magerbetrieb installiert. Eines der Module ist für bivalenten Betrieb ausgelegt und verwandelt nahezu das gesamte auf der Kläranlage anfallende Klärgas (ca. 150.000 m3 pro Jahr) in Strom und Wärme.
Beim Umbau der Heizzentrale wurde ein nicht mehr benötigter Kessel entfernt und damit Raum für die BHKW-Module geschaffen. Die Hydraulik der verbleibenden Kessel und der ganzen Heizzentrale wurde geändert, um BHKW und Pufferspeicher einzubinden und eine wirtschaftlichere Betriebsweise der Anlage zu ermöglichen. Insbesondere die Anzahl der Kesselstarts konnte erheblich verringert werden. Entscheidend für die Verbesserung der Betriebsweise ist auch die neue Zentralsteuerung, die eine Fernüberwachung der Anlage ermöglicht.
Die Spülluft der thermoakustischen Kapsel der BHKW-Module wird den beiden Kesseln über eine klappenlose Kesselluftvorwärmung als Verbrennungsluft angeboten. Dadurch werden die stehenden Kessel trocken und warm gehalten, und die laufenden Kessel nutzen die Restwärme des BHKW-Moduls zur Wärmeerzeugung.
Diese Form der Spülluftnutzung ist vor allem deshalb möglich, weil die Luftmengen der Module aufgrund des Einsatzes wassergekühlter Generatoren vergleichsweise niedrig sind. Pro Modul entstehen nur 350 m3/h, die bei einer Kessellast von etwa 350 kW vollständig vom Kessel genutzt werden können. BHKW-Module mit luftgekühlten Generatoren sind für Spülluftnutzung allerdings nicht geeignet.