Auf der Insel Mainau mit seinen jährlich ca. zwei Millionen Gästen und einer Fläche von 45 ha werden neben den Freilandflächen auch eine Vielzahl an Gewächshäusern genutzt, um den Besuchern verschiedenste Pflanzen- und Tierwelten vorzustellen. Alle Gebäude auf der Insel sind mit einer Nahwärmeleitung miteinander verbunden und werden aus der "Gartenzentrale" mit Wärme versorgt. Im Schloss befinden sich noch zwei zusätzliche Spitzenlastkessel.
Der Gesamtwärmebedarf der Insel liegt bei rund 7.500 MWh pro Jahr bei einem Wärmeleistungsbedarf von rund 5 MW. Das neue Energieversorgungskonzept beinhaltet neben zwei BHKW-Modulen vom Typ 5450 (Leistung mit Brennwertnutzung ca. 440 kW thermisch) auch eine Holz-Hackschnitzel-Kesselanlage mit einer Leistung von 800 kW und einen Spänebunker mit 200 m3 Fassungsvermögen.
Die BHKW Anlage wurde für eine Laufzeit von ca. 6.000 Betriebsstunden pro Jahr ausgelegt und liefert damit 35 % des Jahreswärmebedarfs und rund 50 % des Jahresstrombedarfs der Insel. Um eine optimale Energieausnutzung zu erzielen, wurde für jedes Modul ein Brennwerttauscher in die Abgasleitung eingebaut und sekundärseitig an den jeweiligen BHKW-Rücklauf angeschlossen. Mit jedem der Brennwerttauscher kann bei entsprechender Rücklauftemperatur eine thermische Leistung von ca. 20 kW erreicht werden. Die BHKW-Abluft mit einer Temperatur von ca. 60 °C wird zur Trocknung der Späne für die Hackschnitzel-Kesselanlage in den Spänebunker eingeleitet.