In Ingelheim-Mitte wurde rund um den Neubau der Kreisverwaltung Mainz-Bingen eine Nahwärmeversorgungsinsel mit Kraft-Wärme-Kopplung realisiert. Für Planung, Bau, Finanzierung zeichnet die Rheinhessische Energie- und Wasserversorgungs-GmbH Ingelheim verantwortlich. Der Betrieb der Anlage wurde nach neun Betriebsjahren von der EnergieDienstleistungsGesellschaft Rheinhessen-Nahe mbH übernommen. Insgesamt werden drei Gebäude mit einer Gesamtwärmeleistung von 945 kWth versorgt. Die zu beheizende Gesamtfläche beträgt ca. 16.700 m2. Diese beinhalten 12.000 m2 Büro- und Ladenfläche sowie 4.700 m2 Wohnfläche in 75 Wohneinheiten.
Heizzentrale und Nahwäremenetz sind im Endausbau für eine Wärmelieferungskapazität von 1.500 kWth ausgelegt, so dass noch weitere Verbraucher mit einer Leistung von ca. 500 kWth angeschlossen werden können.
Dem Ausbau des Netzes folgend wurden nacheinander (1995 und 1997) zwei BHKW-Module vom Typ 2725 in Betrieb genommen, die mit 5.000 Betriebsstunden pro Jahr 60 % des Jahreswärmebedarfs abdecken.
Zur Vergleichmässigung des BHKW-Betriebs wird ein Pufferspeicher mit 10 m3 Inhalt eingesetzt. Die geringe Raumhöhe wird durch seine liegende Bauform gut ausgenutzt.
Als Spitzenlastkessel wird ein Viessmann-Kessel vom Typ Paromat Triplex eingesetzt, der mit einem modulierenden Weishaupt-Gasbrenner befeuert wird. Dem Kessel wird die BHKW-Spülluft dadurch angeboten, dass sie in den Ansaugschalldämpfer eingeführt wird. Dadurch läßt sich bei Kesselbetrieb ein um ca. 3 % höherer BHKW-Wirkungsgrad erzielen.
Der Wärmeverteiler in der Heizzentrale verteilt auf zwei Kreise. Der eine Kreis wird innerhalb der Kreisverwaltung drucklos vom Verteiler abgenommen. Der andere Kreis wird mit einer geregelten Nahwärmenetzpumpe betrieben und versorgt die zwei indirekten Übergabestationen des Nahwärmenetzes mit Druck. Die Differenzdruckregelung wird von der Zentralsteuerung außentemperaturabhängig angesteuert, um den Stromverbrauch der Anlage möglichst niedrig zu halten.
Um den vollautomatischen Betrieb über lange Zeit zu gewährleisten, wird eine Druckhaltestation eingesetzt, die mit enthärtetem Nachspeisewasser versorgt wird. So können auch Wasserverluste (z.B. durch Heizungsarbeiten) ausgeglichen werden.
Weiterhin ist eine vollkommen selbstständig arbeitende Zentralsteuerung integriert, die BHKW und Kesselanlage sowie die Nahwärmenetzpumpe in Abhängigkeit vom Wärmebedarf steuert. Die Zentralsteuerung erfasst die Meldungen aller Elemente der Heizzentrale, speichert sie und meldet über ein Modem an die Störmeldezentrale der COMUNA-metall weiter.